Johannis-Kirche

Gründung und Baugeschichte

In den Jahren 1983-85 fanden in der Johannis-Kirche archäologische Untersuchungen vom Westfälischen Museum für Archäologie/Bodendenkmalpflege statt. Für die Baugeschichte der Kirche ergaben sich dadurch einige neue Gesichtspunkte und Daten.

Zusammenfassung der Ergebnisse:
Insgesamt ergaben die archäologischen Untersuchungen in der St. Johannis-Kirche eine Abfolge von vier Bauperioden:

Bauperiode I: (8. Jh)

Bau einer vermutlich einschiffigen Kirche auf altem Siedlungsgebiet. Bau I dürfte in seinem Westteil bereits die Ausdehnung seines Nachfolgers gehabt haben. Während ihrer Existenz fand an der Kirche ein Umbau statt, wie eine mit Putzresten durchsetzte Bauschuttschicht zwischen den zu Bau I gehörigen Laufhorizonten belegt.

Bauperiode II: (1074)

Neubau einer Kirche auf vermutlich gleichem Grundriß, soweit es den Westteil der Kirche betrifft, die über dies mit einem nicht näher bestimmbaren Vorbau ausgestattet gewesen sein dürfte.

Bauperiode III: (12. Jh)

Errichtung des bestehenden Turms nach Abriss des Westteils von Bau II.

Das Langhaus II wurde verkürzt, da die östliche Turmhälfte nun in dieses hineinragt.

Bauperiode IV: (1234)

Bau der bestehenden dreischiffigen Hallenkirche unter Beibehaltung des Turms, wobei deren Mittelschiff die Breite ihrer Vorgänger aufnahm. Von allen vier Bauperioden ist die jüngste mit einer erhaltenen Chorinschrift von 1234 am sichersten datiert. Die Weiheinschrift von 1074; die bisher auf die Errichtung des Turms bezogen wurde, läßt sich nach dessen Bauuntersuchung wohl kaum halten. Die Form der Schallöffnungen, das Gefüge und die auf archäologischem Wege erfolgte Entdeckung, daß das Turmuntergeschoß bereits ursprünglich gewölbt war, sowie die Mauertechnik der Fundamente sprechen eher für eine Entstehung des Turms im 12. Jahrhundert. Von der Mauertechnik her konnte eher Bau II für die Weiheinschrift von 1074 in Frage kommen. Das Fundmaterial aus den betreffenden Schichten war jedoch so gering, daß diese Vermutung keine weitere Unterstützung fand. Die Untersuchung der zu Bau I gehörigen Stratigraphie ergab überhaupt kein datierendes Fundmaterial. Lediglich die              
Horizonte, die vor dem ersten steinernen Kirchenbau an dieser Stelle entstanden sind, enthielten Hinweise auf frühe Siedlungstätigkeiten, die bis in das Neolithikum zurückreichen. Eine genaue zeitliche Einordnung des Gründungsbaus von St. Johannis ist damit aber nicht möglich."(Dr. Gabriele Isenberg)

Vieles deutet darauf hin, daß Liudger, der erste Bischof von Münster, hier in St. Johannis seine letzte Messe am Vortag seines Todes (26. März 809) gehalten hat.

St. Johannis ist in Billerbeck als die Urpfarrkirche anzusehen. Sie bestand vermutlich schon zu Liudgers Zeit und wurde durch den im Missionsraum Münster tätigen Abt Bernrad errichtet.

Baubeschreibung

Die alte Stadt- und Archidiakonatskirche, bis heute die Pfarrkirche in Billerbeck, ist ein Baudenkmal besonderer Eindringlichkeit und Geschlossenheit.

Neben ihrem geschichtlichen Rang, hat die St. Johannis-Kirche vor allem eine kunstgeschichtliche Bedeutung. Sie ist als reinste und reifste der münsterländischen Stufenhallen-Kirchen (eine Frühform der im 13. Jahrhundert vor allem in Westfalen entwickelten deutschen Hallenkirchen) zu sehen. In den Baumbergen zählen zu dieser Gruppe auch die Kirchen zu Legden und Osterwick. Bei dieser Bauform setzen die Gewölbe aller drei Kirchenschiffe in gleicher Höhe an.

Das Äußere der Kirche

Die Nordseite der Kirche, zur Stadt hin gelegen, ist prachtvoller gestaltet als die Südseite. Die Wand gliedert sich sechsachsig mit reizvollem Formenspiel.

Die zweite Achse vom Westen her ist besonders aufwendig. Sie ist zum Hauptportal ausgebaut mit der dreifachen Gliederung in das eigentliche Bogenportal, in die fächerartige Fensteröffnung darüber und in den mit kreisendem Rundornament versehenen Ziergiebel.

Die gotische Umformung - man betrachte die Fensteröffnungen der Wand - ist 1425 erfolgt. Ebenfalls erfolgte 1425 der Anbau der Sakristei. Zwei Inschriften im Inneren der Kirche haben diese Jahreszahl festgehalten.

Zwei kleinere Portale, die Brauttür an der Nordseite und der Eingang für den Archidiakon auf der Gegenseite sind zugemauert.
Der heutige Turmhelm stammt wahrscheinlich aus der Zeit des Fürst Bischofs Bernhard von Galen (um 1650). Der Turm hat eine Höhe von 78 Metern. An der Nordseite des Turmes steht eine Kreuzigungsgruppe auf hohem Sockel: Christus und die beiden Schacher. Die beiden Nebenfiguren aus Holz sind Frühbarock und wahrscheinlich von Heinrich Gröninger (1560 -1631). Die Kreuzigungsgruppe wurde 1983 restauriert.

Die westliche Seite des Turmhelms tragt die Uhrglocken. Die Uhr, die an der Nordseite des Turmes angebracht ist, zeigt die Jahreszahl 1876. Sie wurde von der Firma Vortmann, Recklinghausen, angefertigt. Die Uhr wird täglich von Hand aufgezogen. Das Zifferblatt der Uhr wurde im Herbst 1982 restauriert. Auf dem Zifferblatt ist der Sensenmann mit der Sanduhr zu sehen, ein Sinnbild der vergänglichen Zeit des Menschen.

Das Innere der Kirche

Die St. Johannis-Kirche zeigt sich als eine dreischiffige, dreijochige Stufenhalle mit Stutzenwechsel und gebundenem System. Das Mittelschiff ist nur wenig höhergezogen. Auf ein ins Rechteck gestrecktes Mittelschiffjoch kommen je zwei rechteckige Seitenschiffjoche. Der glatte Chorabschluss des Mittelschiffes ist eine Eigentümlichkeit bei den westfälischen Kirchen. Die beiden Seitenschiffe enden in Apsiden mit einem offenen und einem Blendfenster.
Bei der gesamten Innenarchitektur sind starke französische Impulse nachweisbar; am sichtbarsten bei den Pfeilerbündeln: Nachbildungen aus den Kirchen Laon, Poitiers und Candes. Stärkere und schwächere Bündelpfeiler im Wechsel mit Rundsäulen, scheinbar gegen das Harmoniegefühl, lassen die künstlerische Freiheit und souveräne Begabung des Baumeisters erkennen und tragen wesentlich zur Beseelung des Raumes bei. Blattgeschlinge und Laubwerk an den viel beachteten Kapitellen der Säulen unterstreichen die Wirkung.
Acht Wulstrippen - die Rippen der Langsachse und im Chorraum auch die Querrippen setzen auf Maskenbildern auf - formen das Gewölbe der einzelnen Joche im Mittelschiff. Im Chorraum sind die Masken gut sichtbar. Im mythischen Ursinne sind die Bildnisse magische Heilzeichen; die den heiligen Stätten Schutz gewahren sollen. Die hoch oben im Gewölbe eingefugten Masken sind nicht für die Augen der Menschen bestimmt, sondern sie sind, mittelalterlichen Vorstellung entsprechend; auch ohne deren Zutun wirksam.
Die Achsialrippen münden in Lilienblüten, der Schlußstein der Diagonalrippen hängt in einer eigenwilligen Blütentraube tief herab. In den Seitenschiffen gliedern Grate, getrennt durch Gurte, das Gewölbe.
Die Ostwand des Chores ist durch ein großes, gotisches Blendfenster - um 1425 eingebrochen und vermutlichen 1715 zugemauert - aufgelockert, das an der Außenwand von einer gewaltigen Rundbogenblende gerahmt wird. Dieses Fenster wurde bei den Renovierungsarbeiten 1983 wieder geöffnet. Das Fenster wurde von der Firma Derix/Goch im Siebdruckverfahren erstellt.
An der Nordostecke befindet sich das spätgotische Sakramentshauschen. Bei der gotischen Umformung 1425 erfolgte der Anbau der Sakristei und der Durchbruch vom nördlichen Seitenschiff zum Chor. Rechts und links im Chor erheben sich die lebensgroßen Figuren des Weltheilandes und der Himmelskönigin. Sie sind Barockwerke von Gerhard Gröninger (1582 - 1652). Heinrich von Ledebuer, Archidiakon in Billerbeck, schenkte sie 1618.
Im Chorbereich wird während der Fastenzeit das „Hungertuch" ausgehangt. Das jetzige von 1932 ersetzt ein altes, schadhaft gewordenes.
Seit Ende 1994 befindet im Chorbogen wieder ein Triumphkreuz (um 1430). Das Kreuz (Holz) hing, zusammen mit zwei Nebenfiguren, Maria und Johannes (Sandstein), von 1959 - 1986 in der Kapelle des Liudger-Brunnens. Zuvor hingen Kreuz und Nebenfiguren auf dem ehemaligen Hof Kemper (heute Lülf-Stockmann) in der Bauernschaft Esking in einer kleinen Kapelle.
Ursprünglich sollen Kreuz und Nebenfiguren aus der Johannis-Kirche stammen und ihre Anschaffung konnte mit den baulichen Veränderungen von 1425 in Zusammenhang stehen.
Die Kanzel aus der Spatrenaissance wächst mit aufwendiger Dekoration kandelaberartig empor. Die Inschrift nennt Stifter und Jahr: AnnO 1581 heet Johan tho Boickholte ein Schulte tho Broecke neven dem Kerspel dit Werck in Goodes Ere vorverdigen laten.
Im Jahr 1986 wurde der Aufgang zur Kanzel neu gestaltet.
Im Mittelschiff befindet sich die polychromierte, gotische Doppelstrahlenmadonna aus der Zeit um 1480. Maria trägt das Kind, das dem Volk zugewandt das aufgeschlagene Buch des Lebens und auf der anderen Seite ein Traubenbündel hält.
Aus der gleichen Zeit (1480) stammt die Anna selbdritt in der nördlichen Seitenapsis: Mutter Anna, Maria und das Kind. Trotz des Steinmetzzeichens an der Figur ist der Meister nicht festzustellen. Das Rund der Apsis wird ausgefüllt mit der Pieta von Johann Wilhelm Gröninger.
Darunter die Bitte:
O Maria, Mutter voller smerzen,
ich bitte dich auß gantzen hertzen,
mache mich allezeit von sunden loß
und nehme mich auff in deinen schoß,
wollest mihr auch gnad erwerben,
wohl zu leben und sahlig zu sterben.
Der Künstler nennt sich und seine Ehefrau Anna Catharina Isfort als Stifter: A(nn)O 1715 d. 20. May.
Der Magdalenaltar im südlichen Seitenschiff (wahrscheinlich von Heinrich Gröninger) geht von der Renaissance in Frühbarock über. Die biblische Szene im Haus des Pharisaers gewinnt Leben und starke Dramatik. Unbekümmert um die kritischen Blicke der Tischgesellschaft wäscht Magdalena dem Herrn die Füße und trocknet sie mit Ihrem Haar. Die Büßerin darf die befreienden Worte vernehmen: „Remittuntur ei peccata multa, quoniam dilexit multum -Ihr sind viele Sünden vergeben, weil sie viel geliebt hat“. Die Inschrift lautet:
Zur Ehre des allmächtigen Gottes, des hl. Johannes des Täufers, der seligen Maria Magdalena und aller Heiligen ließ Herr Johannes Nyßing, zur Zeit Rektor, aus Liebe zur Schönheit des Gotteshauses diesen Altar auf seine Kosten errichten. Anna Domini 1611, 27. May.
Neben dem Altar an der Südwand ist mit Eisenhalterungen der mächtige Grundstein der zweiten Johannis-Kirche, der zu den ältesten Steinurkunden Westfalens zählt, angebracht. Lange Jahre lag der Stein unter dem alten Hauptaltar, bis er bei den Renovierungsarbeiten von 1930 wieder gefunden wurde. Der lateinische Text ist größtenteils noch gut zu lesen und in deutscher Übersetzung läßt sich folgender Text ermitteln:
Im Jahre seit der Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus eintausendvierundsiebzig (1074) sind diese Kirche und dieser Altar von dem ehrwürdigen Fridericus, dem 16. Bischof von Mimigardelord (Münster), geweiht worden zu Ehren unseres Herrn Jesus Christus und seines siegreichen Kreuzes, der heiligen Jungfrau Maria, des hl. Michael und aller Engel und Heiligen, deren Reliquien hier aufbewahrt werden, des heiligen Johannes des Täufers, der Heiligen Petrus, Paulus, Johannes und aller Apostel, des heiligen Stephanus, Laurentius, Vitus, Modestus, Briccius, Gangolf, Adalbert und aller Märtyrer (?), der Heiligen Remigius, Benediktus, Felix, Liudger und aller Bekenner, der heiligen Walburgis, Petronella, Crescentia und aller Jungfrauen sowie aller Heiligen. Hier wird auch vom heiligen Nagel des Herrn aufbewahrt ..."
In der ersten Zeilefinden wir die Jahreszeit 1074, in der Mitte der vierten Zeile den Namen des Patrons dieser Kirche, JOHANNIS BAPT(ISTA), Johannes des Täufers, und in der sechsten Zeile den Namen des heiligen LIUDGER.
Zwei weitere Gedenksteine weisen auf die letzten Renovierungsarbeiten. "Aedes haec renovate est anno Domini L930-31B.W."
Dieses Gotteshaus ist erneuert worden im Jahre des Herrn 1930-31 Benteler-Wörmann. (Architekt)
Der andere Stein weist auf die Renovierung 1981 - 1985 hin.
An der Rückwand des Chorraumes befindet sich der Grundstein der jetzigen Kirche. Sie wurde im Jahr MCCXX-XIV (1234} eingeweiht.
Im Jahre 1425 fand eine gotische Umformung einiger Fenster statt. Im gleichen Jahr wurde die Sakristei angebaut und das Sakramentshäuschen bekam ein Giebeldach mit geradem Maßwerkabschluß.
Zwei angebrachte Signierungen MCCCCXXV (1425), eine unter dem östlichen gotischen Fenster der Nordseite, die andere über dem Durchbruch vom Chorraum zum nördlichen Seitenschiff.
Das Renaissance-Altarbild an der Rückwand des südlichen Seitenschiffs, 1959 aus der Kapelle des Liudger-Brunnens übertragen, ist das Werk eines unbekannten Meisters aus dem Jahre 1609. Es lohnt sich, die bis in letzte Feinheiten                
durchgearbeiteten Bilder und Gesichter zu betrachten. Das Hauptbild stellt die Kreuzigung dar, die anderen Bilder: Verkündigung, Geburt Christi, Geißelung, Christus vor Pilatus, Grablegung, Auferstehung.
Auch die rahmenden Beigaben (Saulen usw.) wollen beachtet werden. Die Inschrift lautet: Zu Ehren des allmächtigen Gottes, der heiligen Jungfrau, der hl. Anna sowie des hl. Johannes des Täufers und des hl. Antonius ließen Elbert von Palandt aus edlem Rittergeschlecht und Catharina Dobbe diesen Altar auf ihre Kosten errichten. Anno 1608.
An der Rückwand des nördlichen Seitenschiffes finden wir den Paulusaltar (1719). Das Flachrelief halt den Augenblick fest, da der Christenverfolger vor den Toren von Damaskus die Stimme Christi hört: „Saulus, Saulus, warum verfolgst du mich?" und vom Pferd stürzt. In dem Monogramm JWH auf dem Halsband des Hundes hat Johann Wilhelm Gröninger seinen Namen verewigt. Leider wurde das Altarbild lange als Bodenbelag des Chores benutzt. Teilstücke befanden sich in Privatbesitz. 1931 wurde es wieder aufgestellt.

Das lateinische Chronogramm vermerkt: HOC GROENINGERI WXCELLENS OPVS DEFRAGMENTIS HISCE SPARSIS RESTITVEBA TVR (dieses berühmte Kunstwerk Gröningers wurde aus hier verstreuten Bruchstücken wiederhergestellt) -M D CCCLLXVW III III = 1931.

Seit dem Jahre 2000 befindet sich im nördlichen Seitenschiff der „Schmerzensmann“, eine Christusfigur aus dem Jahre 1630, in einem Sarkophag aus Sandstein. Diese Figur wurde früher von der Johanniter Schützenbruderschaft bei der Karfreitagsprozession um die Kirche getragen.

 

Taufbrunnen

In der Turmkapelle steht seit der Renovierung von 1981 – 85 der gotische, kelchförmige Taufstein mit reichem bildhauerischem Schmuck. Der aus einem Stück gearbeitete Taufstein stammt aus dem Jahr1497 und gibt in der Inschrift den Stifter an: Johannes Schufuth aus Everswinkel, pastor huius ecclesiae (Pfarrer dieser Kirche). In acht Reliefs zeigt er Bilder zur Taufe abwechselnd aus dem alten und neuen Testament:

 

1.      Durchgang durch das Rote Meer

2.      Samariterin am Jakobsbunnen

3.      Quellwunder des Mose

4.      Enthauptung des Johannes des Täufers

5.      Weissagung des Propheten Ezechiel (47,1) von „ dem aus dem Tempel strömenden Wasser“

6.      Christliche Taufe durch Untertauchen

7.      Durchzug der Israeliten mit der Bundeslade durch den Jordan

8.      Taufe Jesu im Jordan.

 

An bildhauerischem Schmuck der Kirche sind noch zu erwähnen:

Über den Portalen der Immaculata (1741) und Johannes Nepomuk (1780), und an den Seitenwänden der barocke Antonius von Padua und Sebastian (Bernhard Meyer, Billerbeck) als Ehrung für die Gefallenen des ersten Weltkrieges, schließlich in der Turmkapelle die Madonna mit den sieben Schwertern, eine gotische Imitation der Barockzeit und Judas Thaddäus (1948, Bernhard Dirks, Billerbeck)

Am 20. November 1988 wurde feierlich die Weihe der neuen Orgel vorgenommen. Das Orgelgehäuse besteht aus geräuchertem massiven Eichenholz. Die mechanische Orgel hat 27 klingende Register. Erbauer ist die Orgelbaufirma Johannes Klais aus Bonn.

Die Glocken

Das Geläute der St. Johannis-Kirche gehört zu den schönsten des Münsterlandes.

Die große Glocke, Salvator, (c' ; 1540 mm; Westerhues 1522) , ist folgendermaßen beschriftet: Walter Westhues hat mich gegossen im Jahr des Herrn 1522. Heiland werde ich genannt. Die Feinde zu vertreiben mühe ich mich. Ich rufe die Lebenden zusammen, mit dem Klageruf die Toten Gott allein die Ehre.

Die mittlere Glocke, Maria, die im zweiten Weltkrieg abgegeben werden musste, hat die Inschrift: Alex Petit hat mich gegossen. 1522 bin ich gegossen. 1784 zersprungen, 1790 umgegossen. Es wurde mir der Name Maria gegeben.

Die jetzige Glocke mit gleichem Ton (d' ; 1430 mm; Petit&Edelbrock 1946) hat die Inschrift: Mariam praedico utcumque persona Haec grato animo adducit Domino.           Maria preise ich, so oft ich erschalle ich. Und sie mit Dankessinn zum Herrn euch führet hin.

Die kleine Glocke, Johannes B., (es' ; 1230 mm; Westerhues 1523)  hat die Inschrift: Walter Westerhues godt mey int Johr 1523. Sanctus Johannes baptiste unsse hillighe patron bidet vor uns jhesum in des Hemelstron.

Die St. Johannis-Kirche gehört zu den wenigen Kirchen in Deutschland, deren Glocken alle noch von der Hand gezogen werden. Es handelt sich um ein sogenanntes Taktgeläute, das immer sechs eingearbeitete Männer bedienen.

Ebenso wird in der St. Johannis-Kirche die Tradition des Beierns aufrechterhalten. Bei dem sogenannten Beiern (Glocken schlagen) werden die Glocken nicht geschwungen, sondern die Klöppel werden angebunden und gezogen. Das Beiern wird von einer Person, die in jeder Hand einen Strick und einen Strick an den rechten Fuß nimmt, ausgeführt.