Impulse zum Sonntag

Gott freut sich über Jeden!

von P. Jaison Jose, crm


Liebe Schwestern und Brüder,


Wir haben alle schon einmal einen Weinberg gesehen oder sogar einem Winzer bei der Arbeit zusehen können oder bei der Ernte mitgeholfen. Wir alle haben auch schon oft Trauben gegessen, den süßen Traubensaft und auch Wein getrunken.


Die Bibel erzählt sehr oft von Weinstöcken, Weinbergen und Winzern. Wir haben davon gehört, wie gleichsam der Weinstock von der Arbeit im Weinberg erzählt, davon, dass der Winzer jeden einzelnen Weinstock genau anschauen und kennen muss, um zu wissen, was ihm gut tut.


Kinder haben es einmal aus­probiert: Sie haben Traubenkerne in die Erde eines Blumentopfs gesteckt und regelmäßig gegossen, dann sind sie aufgegangen, und ein kleiner Weinstock ist daraus gewachsen.


Wenn nichts wächst oder wenn die Trauben sauer sind, dann ist das Kind oder der Winzer enttäuscht; er hat doch alles dafür ge­tan, dass gute Früchte wachsen.

Wenn die Bibel, wenn Jesus davon spricht, dass Gott selbst wie ein Winzer ist, der sich um die Menschen kümmert und für sie sorgt, damit sie wachsen kön­nen, dann können wir das auch besser verstehen, und wir verstehen auch, dass Gott sich etwas wünscht, dass ER viel erhofft von uns Men­schen.


Das sollten Früchte sein, die im Leben von uns Menschen wach­sen: Gerechtigkeit, Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft, miteinander teilen, einander achten, sich miteinander freuen, einander trösten ...

Über dem Tor des alten Tempels in Jerusalem war eine große goldene Traube an­gebracht. Jesus hat sie sicher oft gesehen.


Sie sollte die Menschen daran erin­nern, dass Gott sich um die Menschen sorgt und alles dafür tut, dass es ihnen gut geht; und diese goldene Traube über dem Tempeltor sollte die Menschen daran erinnern, dass Gott sich freut über diese Früchte, die bei den Menschen wachsen, so wie der Winzer sich freut über die Trauben.


Gott will sich freuen über die Menschen, über jeden von uns.


Wir dürfen uns selbst freuen über alles, was bei uns gewachsen ist an Liebe, an Güte, an Freundschaft, an Großzügigkeit und Achtung voreinander.


Zu unserem Leben gehört es, dass wir uns freuen dürfen über Gott, der uns alles schenkt: Obst, Gemüse und Getreide, aber auch das Herz füreinander und für ihn, aber auch die Freude darüber, dass ER sich um uns sorgt und uns hilft, immer mehr zu wachsen. Amen.


Quelle: B. Layer

Foto: pexels


"Die Ersten werden die Letzten sein!"

Denn mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der früh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg.
Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah andere dastehen, die keine Arbeit hatten.  Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was recht ist. Und sie gingen. Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr wieder auf den Markt und machte es ebenso. Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder einige, die dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum? Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg! Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter, und zahl ihnen den Lohn aus, angefangen bei den letzten, bis hin zu den ersten. Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die ersten an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber auch sie erhielten nur einen Denar. Da begannen sie, über den Gutsherrn zu murren, und sagten: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber haben den ganzen Tag über die Last der Arbeit und die Hitze ertragen.  Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart? Nimm dein Geld und geh! Ich will dem letzten ebenso viel geben wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich (zu anderen) gütig bin?
So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten


Oh je, schon wieder zu spät…schnell zum Treffen des Pfarreirates….
Bei Ankunft, noch außer Atem, kommt der erwartete Spruch: „Na, auch schon da?“  Und ich antworte: „Ja klar! Die Ersten werden die letzten sein!!“
Die Ersten werden die letzten sein?
Ich weiß, dass dieser Satz aus dem Matthäus-Evangelium stammt; hat man ja schon häufiger Sonntags gehört. Und oft habe ich gedacht: dass ist doch sehr ungerecht, alle Arbeiter mit dem gleichen Lohn zu bezahlen.
Jesus hat sicherlich nicht an die damalige oder unsere heutige Arbeitswelt gedacht, als er den Jüngern dieses Gleichnis erzählte. Es ging ihm darum, dass ihm alle, egal wie früh oder wie spät sie zu ihm finden, gleich wichtig sind. Es geht in diesem Text um die Güte Gottes.
Spannend ist für mich der Perspektivwechsel: Der Gutsbesitzer ist in Verlegenheit; er sucht dringend Arbeiter, die in seinem Weinberg die Arbeit erledigen und ist froh um jeden, den er engagieren kann. Dafür gibt er auch gutes Geld an alle.
Und Gott? Ist er auch verlegen um uns? Ich glaube, er gebraucht uns auch, einen jeden mit seinen Talenten und Fähigkeiten. Im Weinberg des Herrn sind wir alle gleich wichtig! Dieser Gedanke gefällt mir.
Ich wünsche Ihnen allen einen gesegneten Sonntag!
Monika Stockmann

Fest der Erzengel

Gedanken von Christa Johanna Gundt

Heute am 29. September ist der gemeinsame Gedenktag der Erzengel Michael, Gabriel und Rafael. Alle drei werden in der Bibel mit ihrem Namen genannt. Die Bedeutung ihrer Namen weist darauf hin, dass sie machtvolle Boten Gottes sind.

Michael – Wer ist wie Gott?
Michael stürzt die Widersacher Gottes mit Macht in den Abgrund, niemand darf sich Gott gleich stellen. Michael ist der Kämpfer Gottes. Er wird deshalb oft mit einem Schwert dargestellt. Der Erzengel Michael ist der Schutzpatron des deutschen Volkes, daher leitet sich der „deutsche Michel“ ab.

Gabriel – Gott ist Kraft
Der Erzengel Gabriel bringt Maria die Nachricht, dass sie ausersehen ist, den Sohn Gottes zur Welt zu bringen. Die Szene ist in der Kunst vielfach dargestellt. Gabriel, ein Engel mit der heilsbringenden Botschaft, machtvoll und demütig zugleich.
Gabriel wird häufig mit einer Lilie dargestellt, die auf die Verkündigung an die junge Frau Maria verweist.

Rafael – Gott heilt
Rafael ist bekannt als Reisebegleiter und Beschützer des jungen Tobias. Tobit, dessen Vater, wird nach einer Glaubenskrise durch Rafael wieder sehend. Rafael begleitet, hilft und heilt.
Rafael wird als Patron der Reisenden und der Pilger in Pilgerkleidung und mit Reiseutensilien dargestellt.

Engel
Wer sind nun die Engel? Wer sind die, die einen Namen tragen oder auch die Schar der namenlosen Engel? Das Wort Engel geht auf das griechische Wort „Angelos“ zurück und bedeutet Bote, Bote Gottes. Um die Botschaften von Gott zu den Menschen zu bringen, bedurfte und bedarf es unterschiedlicher Zugangsweisen. 
Um die Distanz zwischen Himmel und Erde zu überwinden, stellte man sich geflügelte Wesen vor. Nur Geflügelte konnten nach menschlicher Vorstellung von oben nach unten gelangen. Auch Visionen und Träume sind bekannt, in denen die Engel wirksam Gottes Botschaften übermittelten. Nun sind Engel aber reine Geistwesen, nicht sichtbar mit unseren Augen. Da helfen Bilder, die unserer Vorstellung eine Hilfe sein können. Es gibt eine Unzahl von Engeldarstellungen, die uns mit dem Herzen und der Seele das Wesen der machtvollen Boten erahnen lassen können. Bilder können allerdings auch diesen Zugang verschleiern. Wir erleben zurzeit so etwas wie einen „Engelboom“. Nicht zum ersten Mal in der Geschichte, denken wir doch an die Puttendarstellungen, die es bereits im Mittelalter gab. Die jetzigen Engeldarstellungen sind vielfältig: Libellen ähnliche Flügelwesen, die in Regalen hocken, Schlüsselanhänger, und Maskottchen, die nur noch entfernt an starke Engel erinnern. Allen Engeldarstellungen liegen dennoch die tiefe Sehnsucht nach Schutz, nach Heil und einer Spur des göttlichen Lichts zugrunde.

Gehen wir gottbehütet und engelgeleitet unsere Wege.


Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst

Ein Impuls von Christian Peters zu Mt 16,21- 27

In jenen Tagen begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen.
Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht geschehen!
Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.
Darauf sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen.
Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen?
Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es seine Taten verdienen.
„Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“

Wie kann ich mein positives Gottesbild mit dem Aufruf der uneingeschränkten Nachfolge in Einklang bringen. Was mutet mir die Nachfolge zu? 
Jesus will auch in Jerusalem zu seiner Botschaft stehen und Position beziehen. Die Konsequenzen sind ihm dabei bewusst. Petrus fordert ihn mit seinen Vorwürfen. Petrus will den angekündigten Verlust der Gegenwart Jesu, seiner heilen Welt, nicht akzeptieren. Was mutet Jesus ihm da zu. Petrus kommt an seine Grenzen.
Mit dem angekündigten Leiden, der Auferstehung und dem damit verbunden Abschied kann Petrus sich nicht abfinden. Die Sichtweise des Petrus finde ich zutiefst menschlich und nachvollziehbar.
Jesus korrigiert seine/meine Sichtweise. Es kommt auf den Einzelnen Menschen an. Sich, sein EGO zurücknehmen und auf Gottes Botschaft hören. Das ist der befreiende Weg des Evangeliums. Das führt den Menschen näher an die Fülle, das Geheimnis Gottes. Dabei gilt es die Gegensätzlichkeit des Lebens, die in uns allen wohnt, auszuhalten und anzunehmen. Das ist die Herausforderung die uns das Leben, mit seinen Höhen und Tiefen, mit seiner Vielfalt schenkt. Diese große Herausforderung des Lebens kann uns zum „Gewinn“ werden.

Foto: © Ch. Peters



Johannes der Täufer

Ein Impuls zum Patronatsfest von Papst em. Benedikt XVI.

"Johannes ist der Letzte, der noch vor Christus da ist und der die Fackel der ganzen prophetischen Bewegung aufnimmt und sie Christus in die Hand gibt und der alles, was die Propheten getan haben, um die Hoffnung auf Ihn zuzuführen, zu Ende führt und damit das Werk der Propheten im alttestamentlichen Sinn vollendet."

Papst Benedikt XVI., Interview 1999

Die Ernte ist groß,...

Ein Impuls von Gabriel Rüskamp

Liebe Brüder und Schwestern,

was will uns Jesus heute mitgeben? Versetzen wir uns einmal in diese zwölf Apostel. Wir ziehen mit Jesus durch alle Städte und Dörfer. Wir helfen ihm das Evangelium zu verkünden und bringen viele Kranke zu ihm und als er sie so anschaut denkt er sich wohl: Ich schaff das nicht alleine. "Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenige Arbeiter". Er ruft uns zu sich und gibt uns die Macht zu heilen und unreine Geister auszutreiben und das sollen wir dann auch wirklich umsetzen. Was hat uns Jesus also mitgegeben? Macht oder besser ausgedrückt: Kraft, zu heilen. Diese Kraft kommt auch nicht von ungefähr sondern direkt aus IHM. Aus diesen Ergebnissen des direkten Leides nimmt er uns an die Seite und spricht uns zu: Ihr könnt das auch. Das ist die Kraft der Barmherzigkeit. Sie sieht nicht einfach nur das Leid, sondern spricht auch dem anderen Mut zu, sie inspiriert auch es ihr gleichzutun und bleibt damit nicht alleine.

Ein Impuls von Carmen Hüning

 

Lk 24, 13-16

Am ersten Tag der Woche waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. 
Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. 
Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen. 
Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, so dass sie ihn nicht erkannten.

Als mein Vater 75 Jahre alt wurde plante er eine große Feier. Ich reiste bereits am Vortag an um bei den Vorbereitungen zu helfen. Auf Tag und Datum war ich damit beschäftigt Kuchen zu backen, Gläser zu spülen, Tisch zu decken und und und… Zur Mittagszeit kam meine Nichte und gratulierte als erstes ihrem Großvater zum Geburtstag. In dem Moment fiel mir auf, dass ich genau das vergessen hatte: Ich hatte meinem Vater nicht gratuliert.
Vielleicht kennen sie das auch: der Alltag mit seinen Anforderungen beschäftigt uns so, dass wir links und rechts nichts mehr wahrnehmen. „Ich war so mit meinen Gedanken beschäftigt, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass du das bist.“
Und dabei sind doch die Menschen die uns begegnen eigentlich am wichtigsten. In Ihnen begegnet uns Jesus.
Er ist mitten unter uns.
Immer!