Impulse zum Sonntag

Weltweites Kerzenleuchten am 10. Dezember 2017

von Christa J. Gundt


Ein Licht, das vom Himmel herabstrahlt, die Welt durchdringt und die Nacht erhellt.

Ein Licht, das um die Welt geht, die Welt durchdringt und zum Himmel zurück strahlt.


Die Advents- und Weihnachtszeit ist lichterfüllt. Die Kerzen des Adventskranzes, der Schwippbögen, die Kerzen im Kranz der Lucia Bräute, die Kerzen am geschmückten Baum

Leuchten als Lichter der Hoffnung und der Erwartung. .

In manchen Kirchen brennt in der Advents- und Weihnachtszeit in einer Laterne eine Kerze mit dem Friedenslicht, das in der Geburtskirche in Bethlehem entzündet und in einer Lichtstafette in Europa verbreitet wird. Gottesdienstbesucher können an diesem Licht eigene Kerzen entzünden und das Licht nach Hause tragen.

Die Symbolik von Licht erleben wir in den verschiedensten Formen. Wir begegnen ihr in allen Kulturstufen, bei allen Völkern, in allen Religionen. Licht ist gleichzusetzen mit der Quelle des Lebens. Es bedeutet Leben, Orientierung und Wärme. Es bedeutet darüber hinaus Gedenken in der Hoffnung unsere Toten in der Wärme des ewigen Lichts geborgen zu wissen. Diese Idee verfolgt auch das weltweite Kerzenleuchten.


In diesem Jahr trifft das weltweite Gedenken an alle verstorbenen Kinder am 2. Sonntag im Dezember auf den 2. Adventssonntag.

Möge ihr Licht für immer scheinen - So lautet das Motto für das „World Wide Candle Lighting“. Für eine Familie ist ein großes Unglück, wenn der Tod ihr ein Kind entreißt. Eltern, Großeltern und Geschwister und Freunde erleben unermessliches Leid und tiefe Trauer. Der Tod eines Kindes hat eine Lücke im Familien-und Freundesgefüge entstehen lassen. Die ursprüngliche Einheit ist zerstört. Die Gemeinschaft muss sich neu formieren.

So werden nach der Idee des Geistlichen Simon Stephens am 2. Sonntag im Dezember weltweit abends um 19.00 Uhr nach jeweiliger Ortszeit Kerzen in die Fenster gestellt und angezündet. Wenn wegen der Zeitverschiebung die Kerzen in einer Zeitzone erlöschen, werden sie bereits in der nächsten angezündet. Auf diese Weise entsteht ein leuchtendes Flammenband, das sich um den Erdball zieht.

Der Tag soll Familien, die ein Kind verloren haben, gemeinsames Erinnern und Trauern im Licht des Kerzenscheins ermöglichen. Ein Licht möge ihnen für immer scheinen. Dabei spielt es keine Rolle, wieviel Zeit auch seither vergangen sein mag oder wie alt die Kinder zum Zeitpunkt ihres Todes waren. Trauer verjährt nicht!

Allein in Deutschland sterben jährlich rund zwanzigtausend Kinder und Jugendliche. Sie hinterlassen Familien in Leid und Trauer. Darüber hinaus hören wir täglich vom Sterben vieler Kinder in den Wirren der Kriege, des Hungers und der Flucht.

Auch in Billerbeck haben viele Familien ein Kind verloren. Mit diesen Familien noch einmal der Kinder zu gedenken, sie in unsere Erinnerung zu rufen und ein Licht für sie scheinen zu lassen, dazu lädt die Hospizgruppe ein. So werden am 10. Dezember 2017 um 19.00 Uhr in einer kleinen Gedenkfeier auf dem Kirchplatz der Johanniskirche Kerzen entzündet, die dann zu Hause in die Fenster gestellt werden. Schön wäre es, wenn Freunde, Nachbarschaften, Vereine und natürlich auch alle, die zwar nicht den Verlust eines eigenen Kindes betrauern, sich aber den Trauernden in Solidarität und Mitgefühl an die Seite stellen. Auch dafür steht das Licht der Kerzen am 10. Dezember, dem 2. Adventssonntag, in Billerbeck.


Möge ihr Licht für immer scheinen!



Der Hl. Nikolaus

von Nils Heinen


Liebe Schwestern und Brüder,

wir alle kennen Ihn, er ist uns schon sehr oft begegnet. Sein Gedenktag ist der 6. Dezember. Wir sehen ihn auf Weihnachtsfeiern, Laternenumzügen und wer drauf achtet, auch in unserem Dom.


Die Rede ist vom heiligen Nikolaus.

Dem Bischof von Myra, um den sich etliche Legenden drehen.

Die bekannteste ist, das Nikolaus als Priester den Reichtum seiner Eltern erbte. Das Erbe nutzte er zur Linderung und zum Trost der Notleidenden. Unter diesen waren drei erwachsene Töchter, dessen Vater durch verschiedene Unglücksfälle verarmt war. Sie sollten sich durch ihre unlautere Preisgebung ihr Brot verdienen, da er kein anderes Mittel wusste, ihnen zu helfen. Als der heilige Nikolaus dies erfuhr, warf er nachts heimlich so viel Geld durch das offene Fenster in das Schlafzimmer des Vaters, als nötig war, um eine aus den besagten drei Töchtern anständig zu verehelichen. Dasselbe tat er in gleichen Zeiträumen zur Aussteuerung der zweiten und dritten. Durch dieses Werk der Barmherzigkeit war der Vater samt den Töchtern vom zeitlichen und ewigen Untergange gerettet.

Noch heute hält sich die Tradition, dass der Heilige Nikolaus, Gaben verteilt, meistens in Form eines Stutenkerls, um Kinder zu bescheren. In Zeiten von Altersarmut und Flüchtlingskrise sollte jeder versuchen, in seinen Möglichkeiten, ein bisschen wie der Heilige St. Nikolaus zu sein. Das ist gelebte Caritas.


Fotos:

St.-Nikolaus-Kirche (Demre) (Wikipedia)

St. Nikolaus Umzug in Billerbeck (Allgemeine Zeitung)